Der erste Karneval

In der letzten Vorstandssitzung vor dem Karneval am 11. Januar 1998 merkte man schon eine gewisse Nervosität, die eigentlich völlig unberechtigt war, denn der Kartenvorverkauf war hervorragend gelaufen, es wurden bereits über 400 Karten am 1. Tag verkauft, das Programm stand ebenfalls, alle Aktiven waren informiert und auch der Auf- und Abbau der Halle war weitestgehend organisiert. Die paar Restpunkte, die noch zu tun waren, z.B. das Besorgen der Stehtische, wurden besprochen, und dann ließen wir „die Sache“ auf uns zukommen.

Am 23. Jan. 1998 wurde ab 10 Uhr die Halle hergerichtet. Als erstes wurde die Bühne aufgebaut, dann kamen die langen Girlanden. Sie wurden an der Fensterseite festgebunden und dann durch die Halle gespannt. Durch die große Spannung rissen einige Leinen und wir kamen zu dem Entschluss, nächstes Jahr doch ein paar neue Girlanden zu kaufen. Als dann die Girlanden endlich hingen, wurden die Tische und Stühle aufgebaut. Auf jeder Seite vier lange Reihen, in der Mitte ein breiter Gang. Während die Stühle noch gerückt wurden, begann ich zusammen mit Uwe Wenderoth bereits die vielen Kabel für die Beschallung und die Lichtanlage zu verlegen. Der gesamte Aufbau lief wieder einmal sehr routiniert ab, so dass wir schon gegen 13 Uhr fertig waren. Nur Uwe und ich mussten noch einiges verkabeln und testen. Gegen 17:30 Uhr kamen dann die Ersten zur Generalprobe. Wir begannen mit dem Männertanz, da unsere Männer an diesem Abend, wie auch im vergangenen Jahr, noch am Männertanz-Turnier in Baunatal-Großenritte teilnahmen, und, wie wir später erfuhren, den 4. Platz von 25 Gruppen belegten. Gegen 22:30 Uhr konnten dann alle mit ruhigem Gewissen ins Bett gehen.

Am 24. Jan. 1998 war es dann soweit. Der erste Karneval aus der Hand der neu gegründeten Karneval Gemeinschaft wurde von unserer Hauskapelle „Die Memories“ mit einem zünftigen Narrhalla-Marsch eröffnet. Die Garde marschierte auf die Bühne, ich begrüßte das närrische Publikum und schon passierte der erste Patzer: Eigentlich wollte ich unsere neue Vorsitzende separat begrüßen, aber in der Aufregung kam sie viel zu früh aus ihrer Gardereihe nach vorn, und ich musste früher überleiten als geplant. Zum Glück hat es außer uns beiden niemand bemerkt, und die, die es jetzt hier lesen, brauchen es ja nicht weiter zu sagen.

Die übrige Veranstaltung lief wie gewohnt ohne nennenswerte Komplikationen ab, langsam werden wir doch zu Profis. Es ging allen gleich schlecht, kurz bevor sie die Bühne mit Herzklopfen und feuchten Händen betraten, anschließend aber besonders gut, nachdem sie unter tosendem Applaus die Bühne wieder verließen. Aber so ist das, wenn man plötzlich vor einer vollbesetzten Halle steht und etwas vortragen soll: Da kribbelts schon ganz mächtig im Bauch.

Zwei besonders erwähnenswerte Dinge sollten hier noch genannt werden:

  1. Bei der Begrüßung unseres Bürgermeisters Karl-Heinz Dietzel überreichte ich ihm einen Bierzapfhahn zum Üben, weil er beim Adventsmarkt in Kirchhof ein Fass angesteckt hat und es dabei ordentlich spritzte. Gleichzeitig erwähnte ich, dass wir zum 5. Mal Karneval in der Vierbuchenhalle feiern und dass er alle 5 Mal mit dabei war, 2 Mal davon sogar aktiv auf der Bühne, und dass das doch eine Unterschrift auf unserer Beitrittserklärung wert sei. Bereits zwei Tage später erhielten wir das unterschriebene Formular zurück - wieder ein Mitglied mehr!
  2. Zum ersten Mal in der Geschichte des Röhrenfurther Karnevals ist ein Prinzenpaar mit Gefolge zu uns gekommen. Es waren Ihre Tollitäten Prinzessin Petra III. und Prinz Gerhard III. vom Carneval Club Besse. Seither haben wir auch zu diesem Club gute Verbindungen und waren selbstverständlich auch auf ihrer Veranstaltung am 21. Feb. 1998. Dort lernten wir dann wiederum Karnevalisten aus Holzhausen kennen, die uns in 1999 besuchen wollen.

Unsere Veranstaltung dauerte bis gegen 23:40 Uhr, dann war’s geschafft. Unter viel Applaus und den Klängen des Narrhalla-Marsches liefen wir in einer langen Schlange von der Bühne durch die Halle zur Theke. Schließlich hat es sehr viel Durst gegeben, der Stress war vorbei, nun konnten wir zum gemütlichen Teil des Abends übergehen. Der dauerte dann noch bis gegen 4:30 Uhr (die genaue Uhrzeit ist leider nicht mehr rekonstruierbar).

Am nächsten Tag wurde alles wieder abgebaut. Um 9:30 Uhr ging’s los, einige kamen aus verständlichen Gründen etwas später. Wie jedes Jahr ging der Abbau wesentlich schneller als der Aufbau. Wir trugen und stapelten, kehrten und schrubbten und waren gegen 12 Uhr mit fast allem fertig. Nur Gerhard, Jürgen und einige Helfer brachten noch schnell die geliehenen Tische wieder zurück nach Kehrenbach und Uwe und ich verluden noch die vielen Geräte, Lautsprecher, Scheinwerfer und Kabel und brachten sie nach Hause. Dann konnten alle an die Theke gehen und die übrig gebliebenen Brötchen und den Rest Bier, das beides von der Waldgaststätte Rose kostenlos verteilt wurde, vertilgen. Es war wieder einmal ein schöner Karneval und ein großer Erfolg für die Karneval Gemeinschaft.

Viel Zeit zum Ausruhen hatten wir allerdings nicht, denn am 29. Januar 1998 heiratete unser aktiver Männertänzer Michael Langhorst seine Dagmar. Natürlich war der Männertanz und auch einige andere mit dabei, als er in Körle im Gasthaus Steinsheckchen seinen Abschied vom Junggesellendasein feierte.

Dann ging es weiter mit den Karneval Veranstaltungen der Nachbarvereine, denen auch wir beiwohnten. Aktiv dabei waren wir in Empfershausen am 7. Februar (Büttenrede Reiner Lohne), in Ihringshausen (Männertanz, Showtanz, Büttenrede Reiner Lohne) und in Guxhagen (Breitenbachhüpfer), beides am 14. Februar; am 19. Februar dann bei der Weiberfastnacht in Guxhagen, und am 21. Februar in Melsungen. Als Besucher waren einige von uns zusätzlich noch am 21. Februar in Besse. Alle Veranstaltungen haben uns gut gefallen; sie waren anders, aber sie kamen beim Publikum an, und das ist die Hauptsache: Das Publikum muss Spaß haben und mitmachen. Fazit aller Veranstaltungen: Die KGR kann sich bedenkenlos mit den anderen „großen“ Vereinen messen.

Am 23. Februar wurde es für uns dann noch einmal hektisch. Die KGR veranstaltete den 1. Rosenmontagsball in Röhrenfurth im Dorfgemeinschaftshaus. Gegen 10 Uhr trafen sich einige Helfer, um den Saal zu schmücken und die Tische und Stühle zu stellen. Auch bei dieser Veranstaltung stellten wir vorn am Eingang wieder einige Stehtische auf, die hatten sich schon beim Karneval am 24. Januar sehr bewährt. Um 19 Uhr öffneten sich die Türen, um die Narrenschar herein zu lassen. Aber weit gefehlt, sie kamen nur sehr zögernd. Haben wir nicht genug Werbung gemacht? Ist das Angebot an Tanzveranstaltungen in dieser Zeit zu groß? Oder liegt es einfach nur an den Röhrenfurthern, die nicht mehr weggehen, weil interessante Filme im Fernsehen laufen?

Mit einem Beginn pünktlich um 20:11 Uhr war nicht zu rechnen, denn es macht keinen Spaß, vor einem halb vollen Saal zu tanzen. Also verschoben wir den Eröffnungstanz um eine halbe Stunde und begannen um 20:40 Uhr. Nun waren doch noch einige gekommen, und der Abend versprach noch lustig zu werden, denn schließlich hatten wir den Männertanz, die Breitenbachhüpfer und Reiner Lohne mit seiner Büttenrede als Programmpunkte vorgesehen. Und auch hier wurden wir von unserem Publikum für unsere viele Arbeit belohnt: Es wurde ein schöner, gemütlicher, lustiger und feucht fröhlicher Rosenmontag. Während des ganzen Abends suchten wir nach dem besten Kostüm und hatten es dann irgendwann auch gefunden: Prämiert wurde: ..................(Falls das noch jemand weiß, oder gar selbst prämiert wurde, teile er das Uwe Chmelirsch mit)

Als wir dann gegen 2:30 Uhr langsam zum Aufräumen übergingen, wussten wir, auch diese Veranstaltung war ein Erfolg für die Karneval Gemeinschaft. Und wenn wir dieses erste Jahr einmal zusammen fassen, so muss man sagen: Wir alle waren aufgeregt und nervös ob auch alles klappen würde und wir nichts vergessen hatten. Aber die Aufregung war umsonst. Es hat alles gut geklappt, es wurde nichts vergessen und das, was noch zu verbessern war, das soll uns für die nächste Session Ansporn sein.

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