Das zweite Jahr

Für einen Karneval Verein beginnt das neue Jahr eigentlich bereits am 1. Tag nach Aschermittwoch. Allen Aktiven seien aber nach der „heißen Phase“ ein paar Tage Ruhe gegönnt, so dass unser neues Karneval Jahr am 14. März 1998 mit dem Helfertreffen in der Waldgaststätte Rose begann. Es war ein Dank an alle Helfer, aktiv oder passiv, auch wenn sie (noch) nicht dem Verein angehörten. Das Essen wurde von der Waldgaststätte Rose spendiert, zusätzlich bekam jeder von der KGR noch einen Getränkegutschein im Wert von 10 DM.

In diesem Jahr gab es ein wichtiges Thema: Alle Utensilien der vergangenen Karneval Veranstaltungen mussten unbedingt einmal sortiert, überprüft, aufgelistet und neu verpackt werden. Diesen Arbeitseinsatz veranstalteten wir am 13. Juni bei Bier und Grillen in Schanzes Hinterhof.

Am 23. August nahmen wir wieder am Kirmesfestzug teil. Ich war durch eine Erkältung stark in der Stimme beeinträchtigt (mit anderen Worten, ich habe keinen Ton rausgekriegt), so dass mir das Helau rufen sehr schwer fiel. Bei der anschließenden Stimmenauszählung für den besten Festzugbeitrag belegten wir den 3. Platz und gewannen wie im Vorjahr wieder einige Biermarken (weniger als letztes Jahr, aber für eine Runde reichte es).

Am 11. November eröffneten wir die Session 1998/1999 mit etwa 15 Teilnehmern in der Waldgaststätte Rose. Wir waren schon etwas traurig, dass nur so wenige zu diesem Anlass kamen, und wir wollten uns auch in den kommenden Vorstandssitzungen noch einmal mit diesem Thema befassen, aber die, die da waren machten sich einen schönen und lustigen Abend.

Irgendwann im Oktober schickte ich 2 Videokassetten vom Kindertanz und vom Männertanz an den Hessischen Rundfunk mit einer Bewerbung für die Sendung Hessen lacht zur Fassenacht, die im Februar in Rotenburg aufgezeichnet wird. Keiner von uns hat sich irgendwelche Chancen ausgerechnet, bis am 23. Dezember 1998 Gisela Weber einen Anruf vom Hessischen Rundfunk erhielt, dass ihr Kindertanz in die Vorauswahl gekommen ist. Ein tolles Weihnachtsgeschenk, das sie auch sofort am Heilig Abend nach dem Gottesdienst den anwesenden Kindern vom Kindertanz mitteilte. Die Freude war bei allen sehr groß. Einige Tage später hatte sich herumgesprochen, dass auch der Jazzdance mit beiden Tänzen ausgewählt wurde. Am 29. Dezember erhält Tanja Eckert einen Anruf, dass auch der Männertanz in die Vorauswahl gekommen ist, man sagte ihr, es sei ein Missverständnis gewesen. Sollte etwa der Männertanz und nicht der Kindertanz gemeint sein? Nachmittags rief ich dann noch mal beim Hessischen Rundfunk an und klärte das Missverständnis auf: Alle drei Röhrenfurther Gruppen dürfen an der Vorauswahl am 6. Januar in Rotenburg teilnehmen. Welch eine Aufregung! Ganz Röhrenfurth stand Kopf; zwischen Weihnachten und Silvester gab es nur noch ein Thema: Üben der Tänze vom letzten Jahr.

Dann war es soweit. Mit einem Bus, den Gerhard Schanze fuhr, ging es am 6. Januar 1999 nach Rotenburg in die Meirotels-Halle. Die Empfangsdamen vom Hessischen Rundfunk zeigten uns die Umkleideräume und die kleine Sporthalle in der die Jury mit Karl Oertl (Sitzungspräsident Hessen lacht zur Fassenacht), Heiner Schölling (HR-Redakteur), und einigen anderen saß. Dort stand auch die Musikanlage und - eine Fernsehkamera.

Der Kindertanz musste als erstes in die Höhle des Löwen. Der Tanz kam bei der Jury sehr gut an, unsere Hoffnung stieg. Dann kam der Jazzdance mit ihrem ersten Beitrag. Hier merkte man schon, dass dieser Tanz nicht so gut gefiel. Als nächstes kam unser Männertanz. Zwischendurch natürlich immer auch Beiträge anderer Vereine Büttenreden und Sketche. Sogar ein Männergesangverein aus ..... nahm teil und bekam, wie wir später erfuhren, sogar eine Zusage. Der Männertanz kam bei der Jury auch gut an, so dass wir ins Grübeln kamen, wer denn wohl genommen würde. Alle zusammen schaffen es ganz sicher nicht. Ziemlich zum Schluss zeigte dann die Jazzdance-Gruppe ihren zweiten Tanz. Dieser kam von allen unseren Beiträgen am besten an, und ich dachte insgeheim: Wenn es einer schafft, dann die.

In den späteren Gesprächen erfuhr ich dann von Jürgen Pohl (Aufnahmeleiter), Heiner Schölling und Karl Oertl, dass unsere Kinder nicht dabei sein können, weil sie noch zu jung sind. Dies erfordere eine Menge Genehmigungen vom Jugendamt, Eltern und Schule (weil die Aufzeichnung in der Woche ist). Aber, so versprach Karl Oertl, die Kinder sollen nach Bergen-Enkheim zur Kinder Sitzung kommen. Wenn wir Glück hätten, würde diese Sitzung auch im Fernsehen übertragen. Trotz erster Enttäuschung waren wir überglücklich, denn damit hatte es der Kindertanz auf jeden Fall schon mal geschafft. Er war dabei, wenn auch „nur“ bei einer Kindersitzung.

Später, als wir noch oben an der Theke standen und mit Karl Oertl ein Bier tranken, merkte man in den Gesprächen, das der zweite Tanz der Jazzdance Gruppe doch die Favoritenrolle übernommen hatte, aber genaues konnte auch Karl Oertl noch nicht sagen.

Auf der Rückfahrt im Bus war die Stimmung groß. Die Kinder wussten wo sie dran waren, und die Anderen hatten alle noch Hoffnung dabei zu sein, wenn am 3. Februar die Aufzeichnung für Hessen lacht zur Fassenacht lief.

Zu Hause musste jetzt doppelt geübt werden, nämlich einmal für unseren eigenen Karneval und zum Anderen der Tanz vom letzten Jahr für einen eventuellen Auftritt im Fernsehen.

Am 18. Januar 1999 war’s dann soweit, die Entscheidung des Hessischen Rundfunks lag vor, zuerst telefonisch bei Heidi Herwig, Tanja Eckert und mir, später (28. Januar) dann auch schriftlich per Vertrag: Mit dabei ist die Jazzdance Gruppe des TSV mit ihrem Vogelscheuchentanz. Zuerst schlich sich ein klein wenig Traurigkeit ein, der Männertanz war doch wirklich gut und es wäre ein toller Erfolg für die KGR gewesen. Dann aber war es egal. Wichtig war nur noch eines: Eine Röhrenfurther Tanzgruppe ist mit dabei, wenn es am 3. Februar in Rotenburg in der Meirotels-Halle heißt: Hessen lacht zur Fassenacht.

Trotz aller Freude mussten wir aber jetzt auch erst mal wieder an unseren eigenen Karneval denken, denn der war auf jeden Fall früher.

In den Vorstandssitzungen dieses Karneval-Jahres gab es noch folgende nennenswerte Beschlüsse:

  • Die Bewirtung unserer Karneval Veranstaltung soll ausgeschrieben werden, um allen Röhrenfurther Gastwirten die Möglichkeit zu geben, diese zu übernehmen
  • Der Kartenvorverkauf soll zukünftig nicht mehr ab 8 Uhr morgens sein, weil die Ersten ja schon ab 5:30 Uhr im Kalten anstanden, sondern erst ab 14 Uhr
  • Erstmalig wird ein Abgabetermin (15. Oktober 1998) der Programmpunkte für den Karneval 1999 festgelegt
  • Nicole Jäger wurde einstimmig zum Pressewart gewählt
  • Trotz des Reinfalls mit den Blumen beim Karneval 1998 (viele Blumen, die hinter der Bühne standen, wurden von Zuschauern entwendet und draußen auf dem Parkplatz zerrissen und weggeworfen), wollen wir auch zukünftig wieder Blumen an die Trainerinnen und Prinzenpaare verschenken
  • Die Sessioneröffnung soll an einem Samstag sein (der Samstag, der auf den 11.11. folgt), möglichst im Dorfgemeinschaftshaus und eventuell schon mit einem kleinen Programm
  • Nach Absprache mit den benachbarten Karneval Vereinen wird der Karneval in Röhrenfurth zukünftig immer 4 Wochen vor Rosenmontag sein

So gerüstet und organisiert ließen wir den zweiten Karneval auf uns zu kommen.

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